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Magen und Darmreinigung: Heilfasten Magen und Darmreinigung: Heilfasten
Magen und Darmreinigung: Heilfasten

Die sanfte Reinigung von Innen | Text-Nr.: 900025

Die Zahl der Mythen, Missverständnisse und Fehler über das Fasten sind kaum noch zu zählen. Nur wenige Methoden werden je nach Orientierung und Standpunkt entweder kritiklos als Nonplusultra in den Himmel gehoben oder rundweg verdammt. „Fasten kann die Gesundheit schädigen“, einen Artikel mit dieser Überschrift habe ich vor erst Kurzem in einem großen Gesundheitsportal gelesen. Verfasser war ein Medizinjournalist, der alle Vorurteile über das Fasten mit Halbwahrheiten aufgekocht und seinen Lesern serviert hat. Diese Fehler wiederholen wir nicht. Wer sich, seiner Intuition und seiner Erfahrung nicht vertraut oder unsicher ist, sollte sich erneut befragen. Alle anderen sind herzlich eingeladen diese wahrhaft ganzheitliche Methode zu versuchen.

Das therapeutische Fasten

Es werden zwei Formen von Fasten unterschieden, das religiöse und das therapeutische Fasten. Bereits vor 4000 Jahren wussten die Sumerer um die positiven gesundheitlichen Auswirkungen des Fastens. Die Fastenzeit in der katholischen Kirche zwischen Aschermittwoch und Ostersonntag, wie auch der Ramadan, der neunte Monat des islamischen Mondkalenders, sind Beispiele für religiös motiviertes Fasten. Sie dienen über den Nahrungsverzicht hinaus als Zeit der Rückbesinnung auf sich selbst bzw. den Schöpfer. Ich möchte hier auf das therapeutische Fasten eingehen, das nach einem Begriff von Otto Buchinger auch Heilfasten genannt wird.

Häufige Missverständnisse:

  • Heilfasten ist keine Methode, mit der innerhalb kurzer Zeit das Körpergewicht dauerhaft reduziert werden kann. Die beim Fasten erzielte Gewichtsreduktion wird innerhalb weniger Wochen in den meisten Fällen auf das Ausgangsniveau zurückkehren. Die Erfahrung zeigt aber, dass Fasten zu einer gesundheitsbewussten Lebensführung und Änderung des Ernährungsverhaltens führen kann. Betrachten sie Fasten also eher als Impuls für eine Veränderung Ihres Lebensstils und ihrer Ernährungsgewohnheiten.
  • Wissenschaftliche Belege für die positive Wirkung von Fasten gibt es nur wenige. Heilfasten wird häufig noch dem Bereich der Erfahrungsmedizin zugeordnet. Nach Ansicht der etablierten Wissenschaften stellen sich „messbare“ Erfolge nicht ein, da persönliche Erfahrungsberichte nicht anerkannt werden.
  • Nur wer völlig gesund ist, sollte fasten. Konsultieren Sie bei Zweifeln in jedem Fall einen Heilpraktiker oder Arzt, bevor Sie mit einer Fastenkur beginnen. Dies gilt insbesondere für Menschen mit chronischen Erkrankungen oder bei erhöhten Harnsäurewerten. Wer unter großem Stress, Depressionen oder anderen psychischen Erkrankungen leidet, sollte aufs Fasten verzichten, da dunkle Gedanken oder vergessene Gefühle freigelegt werden. Schwangere und Stillende, Menschen mit Untergewicht oder Magersucht sowie frisch Operierte sollten in keinem Fall fasten.

Fasten gleich Hungern?

Unter Fasten wird der bewusste, freiwillige Verzicht auf Nahrung über einen begrenzten Zeitraum verstanden d. h., Fasten hat nichts mit Hungern zu tun. Wer fastet, hungert nicht und wer hungert, fastet nicht. Es ist keine Qual und hat auch nichts mit Askese zu tun, im Gegenteil: Fasten kann sehr glücklich machen, da durch den Nahrungsverzicht das Hormon Serotonin gebildet und zugleich nur verlangsamt abgebaut wird. Dies kann dazu führen, dass sich Stimmung und Wohlbefinden merklich bessern. Durch die „entschlackende“ Wirkung des Fastens wird die Haut zarter (v. a. der Teint), die Nägel werden kräftiger und Haare glänzender.

Physische und psychische Folgen des Fastens 

Die Umstellung des Stoffwechsels bringt Nebenwirkungen mit sich. Während der ersten Fastentage fühlen sich einige Menschen bedingt durch Blutdruckabsenkung und Wasserverlust abgeschlagen, müde oder schwindelig, die Haut ist trockener, es kann sich Mundgeruch einstellen. Manchmal kommt es, vor allem bei Menschen mit hohem Kaffeekonsum, zu Kopfschmerzen, die aber in Regel vergehen, sobald sich der Körper auf die „Ernährung von innen“ eingestellt hat. Der Fastende reagiert empfindlicher auf äußere Reize und ist sehr viel sensibler als gewöhnlich, weshalb es während der Fastentage jederzeit möglich sein sollte, sich an einen ruhigen Ort zurückzuziehen. Das Bedürfnis nach Wärme ist deutlich größer. Gegen kalte Füße und Hände helfen Wechselduschen, warme Bekleidung, dicke Socken und eine kuschelige Wolldecke.

Stellen Sie sich darauf ein, dass während des Fastens alles Prozesse langsamer ablaufen. Wenn Sie bei der morgendlichen Zeitungslektüre nicht alles sofort verstehen oder auch ein Nachlassen Ihrer Sehleistung feststellen, sind dies typische Begleiterscheinungen. Seien Sie nachsichtig mit sich selbst, kalkulieren Sie für alles mehr Zeit ein. Wer fastet, wird den Unterschied zwischen Hunger und Appetit kennenlernen. Hunger entsteht aus dem körperlichen Bedürfnis nach Nahrung, der Appetit hat dagegen psychologische Ursachen, die zum Weiteressen verleiten, obwohl das Hungergefühl längst gestillt ist. Im allgemeinen lassen Hunger und Appetit spätestens am dritten Tag nach. Einer Krise beugt vor, wer stets ausreichend Wasser oder Tee trinkt, täglich etwa 2-3 Liter.

Wie entleere ich den Darm?

Die Darmentleerung gehört zu den wirklich wichtigen Themen einer Fastenkur. Zwei Methoden werden hier unterschieden: 1. Die Einnahme von Glaubersalz und 2. der Einlauf. Es gibt für beide Methoden begeisterte Anhänger, wer aber nach dem Fasten eine Darmsanierung einleiten möchte, ist mit dem Einlauf besser beraten, da er die Darmflora nicht so stark belastet. Für den Einlauf benötigen Sie einen Irrigator mit flexiblem Darmrohr.

  • Füllen Sie den Irrigator mit einem Liter körperwarmem Wasser.
  • Schließen Sie das Endstück mit dem Schlauch an den Behälter und fetten Sie es mit Öl oder Vaseline ein.
  • Hängen Sie den Behälter erhöht auf z. B. an einen Handtuchhaken oder die Türklinke. Je höher er hängt, desto stärker ist der Wasserdruck und damit die Einlaufgeschwindigkeit.
  • Führen Sie das Darmrohr vorsichtig etwa 20 cm in den Darm ein, öffnen Sie den Hahn und lassen das Wasser einlaufen. Atmen Sie ruhig und entspannt weiter in den Bauch.
  • Ist alles Wasser in den Darm gelaufen, schließen Sie den Hahn wieder und entfernen das Endstück vorsichtig aus dem After.
  • Nach wenigen Minuten werden Sie den Darm entleeren können. Während des Fastens sollte der Einlauf alle zwei Tage wiederholt werden.

Die wichtigsten Fastenkuren

Das Angebot an Fastenkuren ist sehr groß. Für das erste Mal ist die Teilnahme an einer Fastengruppe mit einer erfahrenen Fastenleitung sinnvoll. In der Gruppe werden die Herausforderungen des Fastens leichter gemeistert. Achten Sie auch auf das Begleitprogramm. Sportlich sind einfache Ausdauersportarten wie Wandern oder Radfahren in landschaftlich reizvoller Umgebung eine sehr gute Ergänzung. Fasten reinigt nicht nur den Körper, sondern auch die Seele. Sie werden an sich je nach Fastenerfahrung und Typ psychische Veränderungen feststellen können. Diese „Klärung des Geistes“, wie Dr. Rüdiger Dahlke sie bezeichnet, kann kleine oder große Veränderungen in Ihrem Leben einleiten. Achten Sie bei der Auswahl Ihres Fastenkurses daher auch darauf, ob die Möglichkeit zu therapeutischen Gesprächen oder Meditationen besteht. Im Folgenden möchte ich Ihnen kurz die wichtigsten Methoden des Heilfastens darstellen.

Heilfasten nach Buchinger

Diese am besten erforschte Fastenmethode gilt als das klassische Heilfasten und geht auf den deutschen Arzt Dr. Otto Buchinger (1878–1966) zurück. Der Fastende nimmt hierbei durch Obstsäfte, Honig und Gemüsebrühe ca. 250 kcal pro Tag zu sich. Ergänzt wird es durch Ernährungsschulung, Bewegung und Stressbewältigungsprogramme.

Durchführung

Zu Beginn des drei- bis vier-wöchigen Fastenprogramms ist nach einer Darmreinigung am ersten Tag mindestens ein Entlastungstag vorgesehen (z. B. Obst- oder Reistage mit ca. 600 kcal). Die Darmentleerung erfolgt wie oben beschrieben vorzugsweise durch Einlauf. Wichtig ist es, viel zu trinken. Empfehlung: Morgens und nachmittags jeweils ¼ Liter Tee, mittags ¼ Liter Gemüsebrühe, abends ¼ Liter Fruchtsaft und über den Tag verteilt etwa zwei Liter Mineralwasser. Dazu leichten Ausdauersport an der frischen Luft, Entspannungstherapie, Physiotherapie (Massagen, Bäder) und eine Psychotherapie (Einzel- und Gruppentherapie). Die Kur endet mit dem „Fastenbrechen“. Daran schließt sich eine Phase von mindestens drei Tagen an, in der die Energiezufuhr schrittweise gesteigert wird. Nach Buchinger ist das Heilfasten der Einstieg in eine vollwertige Ernährung, die nach der Kur weitergeführt werden sollte. Begleitend sind Kochkurse, Ernährungsberatung, Sport sowie eine Einführung in die Verhaltenstherapie vorgesehen.

F.X.-Mayr-Kur

Hauptziel der Mayrkur, benannt nach dem österreichischen Arzt Dr. Franz Xaver Mayr (1875 – 1965), ist die Darmreinigung. Diese wird als Voraussetzung für die Gesunderhaltung des Menschen gesehen. Mayr entwickelte eine aus drei Stufen bestehende „Darmsanierungskur“, die die Schonung des Darms, seine Säuberung und Regeneration und die Schulung des Kau- und Essverhaltens sowie der Trinkgewohnheiten umfasst.

Durchführung

Erste Stufe: morgens und abends Kräutertee mit Honig und Zitronensaft, mittags Gemüsebrühe. Dazu zwei Liter Mineralwasser über den Tag verteilt. Zweite Stufe: die Milch-Semmel-Diät, bei der altbackene Semmeln mit Milch nach einem besonderen Verfahren gekaut werden müssen. Die Einleitung erfolgt durch drei bis vier Tage Teefasten. Dritte Stufe: die „milde Ableitungsdiät“. Die eigentliche Kur von 14 Tagen beginnt am fünften Tag mit einem Glas Bittersalzlösung. Insgesamt sollen drei Liter Flüssigkeit pro Tag getrunken werden. Wichtiger Bestandteil der Mayrkur ist die manuelle Bauchmassage zur Anregung des Darms. Weil es ein sehr schonendes Verfahren ist, wird das „Mayrn“ bei dauerhaften Verdauungsbeschwerden empfohlen.

Schrothkur

Die Schrothkur ist benannt nach ihrem Begründer, dem schlesischen Bauern und Fuhrmann Johann Schroth (1798 -1856). Diese Form gliedert sich in die drei gleichwertigen, sich gegenseitig unterstützenden Bereiche Heilfasten, Trocken- und Trinktage sowie Schrothsche Dunstwickel.

Durchführung

Phase 1: unbegrenzt trockene Brötchen, dazu wenig Reis, Grieß, Hafer und etwas Gemüse. Trockentage: Getreideschrotbrei, Haferflockenbrei, Schrotsemmeln, Vollkornbrot, etc. dazu ein Liter Frucht- oder Gemüsesäfte. An kleinen Trinktagen ein Liter, an großen Trinktagen zwei Liter Flüssigkeit. Begleitend werden täglich feucht-warme Ganzkörper-Wickel angewendet. Die Schrothkur soll die Selbstreinigungskräfte des Körpers aktivieren und den Organismus „entschlacken“. Angewendet wird sie bei Stoffwechsel- und Rheumaerkrankungen.

Molke-Fasten

Hierbei handelt es sich um modifizierte Fastenformen, bei der ein möglicher Eiweißverlust durch die Zufuhr geringer Mengen energieliefernder Nahrung verringert werden soll. Die Energiezufuhr liegt zwischen 300-450 kcal/Tag.

Durchführung

Beim Molke-Fasten wird ein bis eineinhalb Liter Kur-Molke, die mit Eiweiß und Kohlenhydraten angereichert wird, in kleinen Portionen über den Tag verteilt getrunken. Erlaubt sind auch bestimmte Kräuter- und Früchtetees, z. B. aus Weißdorn, Löwenzahn, Brennnessel, Schafgarbe und Artischocke bis zu drei Litern pro Tag. Dazu darf der Fastende unbegrenzt kohlensäure- und natriumarmes Mineralwasser trinken. Das Molke-Fasten wird bis zu einer Dauer von einer Woche empfohlen. Eine länger dauernde Kur sollte nur unter ärztlicher Aufsicht stattfinden. Molke wird als Heilwasser für verschiedene Krankheiten angesehen. Der in der Molke enthaltene Milchzucker sowie die Milchsäure sollen sich positiv auf Darmflora und -funktion auswirken.

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Hinweis: Alle Verfahren, Anwendungen und Informationen wurden von der FrohMUT GmbH sorgfältig geprüft und haben sich in der Praxis lange bewährt. Dennoch kann das Eintreten bestimmter Wirkungen nicht garantiert werden. Bei Beschwerden suchen Sie bitte einen Arzt oder Heilpraktiker auf. Für gesundheitliche oder andere Schäden wird keine Haftung übernommen.

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